Gruppentherapeutisches Angebot
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Überblick
Die Praxis bietet ein umfangreiches gruppentherapeutisches Behandlungsangebot mit unterschiedlichen therapeutischen Schwerpunkten an. Dabei handelt es sich überwiegend um kleine, geschlossene Gruppen mit in der Regel vier bis sechs Teilnehmenden. Die Gruppen werden gezielt zusammengestellt und folgen einem klaren therapeutischen Konzept.
Vor einer Gruppenteilnahme finden mehrere diagnostische Vorgespräche statt. Gemeinsam wird geklärt, welche Beschwerden vorliegen, welche Behandlungsziele bestehen und ob eine Gruppentherapie hierfür sinnvoll und erfolgversprechend ist. In bestimmten Fällen kann auch eine Kombinationsbehandlung aus Gruppen- und Einzeltherapie sinnvoll sein.
Vor Beginn einer längerfristigen Gruppenteilnahme besteht zudem die Möglichkeit, im Rahmen von Probesitzungen herauszufinden, ob das Behandlungsformat und die konkrete Gruppe für Sie passen.
Was erwartet Sie in einer therapeutischen Gruppe?
Viele Menschen haben zunächst eine eher unklare oder auch skeptische Vorstellung von Gruppentherapie. Die hier angebotenen Gruppen sind jedoch keine unstrukturierten Gesprächsrunden, in denen einzelne Teilnehmende spontan im Mittelpunkt stehen und ohne festgelegtes Konzept über deren Probleme gesprochen wird.
Stattdessen folgen die Gruppen einem klaren therapeutischen Aufbau. Neben dem notwendigen Wissen über psychische Beschwerden geht es vor allem darum, die eigene Problematik besser zu verstehen und konkrete Möglichkeiten für Veränderungen zu entwickeln. Zwischen den Sitzungen erhalten die Teilnehmenden Übungen und Aufgaben, mit denen die erarbeiteten Inhalte im Alltag ausprobiert und vertieft werden. Die Erfahrungen damit werden anschließend gemeinsam besprochen.
Da die Gruppen in der Regel geschlossen geführt werden, bleibt die Zusammensetzung über den Behandlungszeitraum weitgehend gleich. Dadurch kann ein geschützter und vertrauter Rahmen entstehen, in dem die Teilnehmenden voneinander lernen und gleichzeitig an ihren individuellen Themen arbeiten können.
Indikative Gruppen: gezielte Behandlung bestimmter Störungsbilder
Die Praxis bietet störungsspezifische Gruppen zu den Themen
Angst und Panik · Depression · Somatoforme Beschwerden und chronische Schmerzen
an.
In diesen Gruppen nehmen ausschließlich Patientinnen und Patienten mit einem vergleichbaren Beschwerdebild teil. Ziel ist zunächst, die eigene Erkrankung und ihre Entstehungs- und Aufrechterhaltungsbedingungen besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage entwickelt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein individuelles Erklärungs- bzw. Störungsmodell.
Darauf aufbauend werden systematisch therapeutische Strategien vermittelt und praktisch eingeübt. Abhängig vom jeweiligen Störungsbild können hierzu beispielsweise Atem- und Wahrnehmungstechniken, kognitive Methoden, Veränderungen konkreter Verhaltensweisen, emotionsbezogene Strategien oder konfrontationsbasierte Verfahren gehören. Dabei geht es nicht nur darum, in der Gruppe über Schwierigkeiten zu sprechen. Entscheidend ist, neue Möglichkeiten im Umgang mit den Beschwerden tatsächlich auszuprobieren und schrittweise in den eigenen Alltag zu übertragen.
Stressbewältigung und Emotionsregulation
Die Gruppe „Stressbewältigung und Emotionsregulation“ richtet sich an Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen psychischen und psychosomatischen Belastungen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Erlernen einer systematischen Entspannungsmethode und auf einem besseren Umgang mit Stress, Anspannung und belastenden Gefühlen. Die Teilnehmenden lernen, eigene Emotionen besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren. Darüber hinaus kommen moderne verhaltenstherapeutische Ansätze der sogenannten „Dritten Welle“ zum Einsatz, insbesondere Methoden der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Diese können gerade bei länger bestehenden Belastungen oder Beschwerden hilfreich sein: Nicht jede unangenehme Empfindung lässt sich unmittelbar beseitigen – sehr wohl verändern lässt sich jedoch häufig die Art und Weise, wie wir mit ihr umgehen. Dies kann beispielsweise bei chronischen Schmerzen, anhaltender Anspannung oder längerfristigem Stress von besonderer Bedeutung sein.
Belastung und Biografie
Die Gruppe „Belastung und Biografie“ verbindet die Auseinandersetzung mit aktuellen Schwierigkeiten mit einem Blick auf die eigene Lebensgeschichte. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum bestimmte Situationen, Beziehungen oder Belastungen heute besonders starke Reaktionen auslösen und welche wiederkehrenden Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster dabei eine Rolle spielen.
Gemeinsam wird betrachtet, wie solche Muster entstanden sind, welchen Zweck sie möglicherweise einmal erfüllt haben und weshalb sie heute manchmal selbst zu einem Teil des Problems werden können. Daraus werden alternative Möglichkeiten entwickelt, mit aktuellen Belastungen, zwischenmenschlichen Schwierigkeiten und eigenen Bedürfnissen umzugehen. Methodisch orientiert sich die Gruppe insbesondere an schematherapeutischen Ansätzen und bezieht darüber hinaus Elemente aus CBASP sowie weitere strukturierte verhaltenstherapeutische Methoden ein.
Gruppen können aufeinander aufbauen
Nicht für jede Patientin und jeden Patienten ist zu jedem Zeitpunkt dieselbe Gruppe sinnvoll. Deshalb können unterschiedliche Gruppenangebote – abhängig von der individuellen Problematik und dem Behandlungsverlauf – miteinander kombiniert oder nacheinander besucht werden.
So kann beispielsweise zunächst in einer störungsspezifischen Gruppe ein fundiertes Verständnis für die eigene Symptomatik entwickelt und konkretes Handwerkszeug für den Umgang damit erarbeitet werden. In einem weiteren Schritt kann anschließend die Beschäftigung mit Stressregulation, wiederkehrenden emotionalen Mustern oder biografischen Zusammenhängen sinnvoll sein. Welche Gruppe beziehungsweise welche Kombination am besten geeignet ist, wird im Rahmen der diagnostischen Vorgespräche und der weiteren Therapieplanung gemeinsam besprochen.
Gruppentherapie bedeutet nicht, mit den eigenen Problemen allein vor einer Gruppe zu stehen. Sie bietet vielmehr die Möglichkeit, in einem kleinen, geschützten und therapeutisch strukturierten Rahmen neue Perspektiven kennenzulernen, konkrete Fertigkeiten einzuüben und zugleich die Erfahrung zu machen, dass andere Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten häufig sehr ähnliche Gedanken, Gefühle und Herausforderungen kennen.
Strukturiertes Vorgehen
Geschlossene Gruppen
Umfangreiches Material
Kombinations-behandlungen
Gruppentherapie vor Ort, online oder hybrid
Die therapeutischen Gruppen können – sofern dies im jeweiligen Behandlungsfall sinnvoll und möglich ist – auch online beziehungsweise in einem hybriden Format durchgeführt werden. Bei einer hybriden Gruppensitzung nimmt ein Teil der Gruppe vor Ort in der Praxis teil, während einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Video zugeschaltet werden können.
Dies ermöglicht nicht nur eine größere Flexibilität, sondern kann auch einen wichtigen Beitrag zu einer barriereärmeren psychotherapeutischen Versorgung leisten.
Gerade für Menschen mit einer Hör- oder Sehbeeinträchtigung kann die Teilnahme über das eigene, vertraute Gerät Vorteile bieten. Individuelle Einstellungen und bereits vorhandene technische Hilfsmittel können unmittelbar genutzt werden. So lässt sich beispielsweise die Lautstärke den persönlichen Bedürfnissen entsprechend regulieren oder die Bilddarstellung individuell anpassen. Je nach eigener technischer Ausstattung können darüber hinaus zusätzliche assistive Anwendungen – beispielsweise Apps zur Echtzeit-Transkription gesprochener Sprache – parallel zur Videositzung genutzt werden. Auch eigene Hörhilfen, Screenreader oder andere vertraute assistive Technologien können die Teilnahme erleichtern.
Untersuchungen zur psychotherapeutischen Versorgung von Menschen mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen weisen darauf hin, dass gerade die Möglichkeit, eigene vertraute technische Hilfsmittel im häuslichen Umfeld zu nutzen, einen Vorteil von Online-Therapie darstellen kann. Gleichzeitig entfällt der Weg zur Praxis, der bei körperlichen oder sensorischen Einschränkungen eine zusätzliche Barriere darstellen kann.
Auch unabhängig von einer Behinderung kann die Möglichkeit zur Online-Teilnahme hilfreich sein. So können beispielsweise einzelne Gruppentermine per Video wahrgenommen werden, wenn eine Teilnahme vor Ort vorübergehend nicht möglich ist.
Dabei gilt: Online- oder Hybridtherapie ist nicht für jeden Menschen und jede Behandlungssituation gleichermaßen geeignet. Ob eine Teilnahme vor Ort, online oder in einem hybriden Format therapeutisch sinnvoll ist und welche technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, wird daher individuell besprochen. Ziel ist nicht, die persönliche Behandlung in der Praxis grundsätzlich durch Videotherapie zu ersetzen.
Vielmehr sollen unterschiedliche Teilnahmeformen dazu beitragen,
Barrieren zu reduzieren und psychotherapeutische Behandlung möglichst gut an die individuellen Voraussetzungen der Patientinnen und Patienten anzupassen.

Warum Gruppentherapie?
Viele Patientinnen und Patienten können sich zunächst nur schwer vorstellen, dass eine Behandlung in der Gruppe ähnlich hilfreich sein kann wie eine Einzeltherapie. Manche befürchten auch, in einer Gruppe weniger individuell behandelt zu werden oder nicht ausreichend Raum für die eigenen Schwierigkeiten zu haben.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse sprechen jedoch deutlich für die Wirksamkeit von Gruppentherapie. Für zahlreiche psychische Erkrankungen können mit einer qualifiziert durchgeführten Gruppentherapie Behandlungserfolge erzielt werden, die denen einer Einzeltherapie vergleichbar sind. Entscheidend ist dabei, dass das Gruppenangebot zur jeweiligen Problematik passt, sorgfältig zusammengestellt wird und einem therapeutisch fundierten Konzept folgt.
Dabei bietet die Gruppe therapeutische Möglichkeiten, die in einer reinen Einzeltherapie so nicht zur Verfügung stehen. Die Teilnehmenden erleben, wie andere Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten umgehen, können von deren Erfahrungen und Lösungswegen profitieren und häufig feststellen, dass Gedanken oder Gefühle, die ihnen bislang vielleicht ungewöhnlich oder beschämend erschienen sind, auch anderen Menschen vertraut sind.
Gleichzeitig bietet die Gruppe die Möglichkeit, neue Verhaltensweisen in einem geschützten Rahmen auszuprobieren, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und unmittelbar Rückmeldungen zu erhalten. Gerade Schwierigkeiten, die im Kontakt mit anderen Menschen auftreten, können so nicht nur besprochen, sondern innerhalb der Gruppe auch direkt wahrgenommen, verstanden und verändert werden.
Hinzu kommt die häufig entlastende Erfahrung, mit bestimmten Problemen nicht allein zu sein. Andere Teilnehmende befinden sich möglicherweise an einem anderen Punkt ihrer Behandlung, haben bereits Lösungswege gefunden oder machen Erfahrungen, von denen auch die übrigen Gruppenmitglieder profitieren können.
Gruppentherapie bedeutet deshalb nicht, dass weniger individuell gearbeitet wird. In einer kleinen, sorgfältig zusammengestellten und strukturiert geleiteten Gruppe entsteht vielmehr eine
zusätzliche therapeutische Ebene: Neben der fachlichen Anleitung durch die Therapeutin können auch die Erfahrungen, Rückmeldungen und Entwicklungen der anderen Gruppenmitglieder für den eigenen therapeutischen Prozess genutzt werden.

